„AUS 3 MACH 2“ ODER „EIN STURM GERÄT AUßER KONTROLLE“

Sturm Majere

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Die Anzahl Hauptcharaktere im ersten Roman „Geheimnisse der Vorzeit“ hat sich über die Jahre bereits mehrfach verschoben. Die Geschichte war ursprünglich aus Sicht eines einzigen Protagonisten geplant und hat dann doch wieder Überarbeitungen durchlaufen, die teilweise sogar Rassen und Charaktere miteinbezogen, die es letztendlich in Amarlia gar nicht geben wird. Ich würde sagen, das nennen wir jetzt einfach mal den „kreativen Schaffensprozess“, auch wenn man sich wohl eingestehen muss, dass es vor allem ein Mangel an Klarheit durch zu viele Pausen gewesen ist 🙂

Nachdem ich immer wieder hin und her überlegt hatte, war ich eigentlich zufrieden mit dem Dreiergespann aus Peradan, Leandra und Sturm, alles Charaktere, die eine Rolle in der Welt zu spielen haben, und euch mit der Zeit noch näher vorgestellt werden. Im letzten Beitrag bin ich allerdings bereits darauf eingegangen, dass das Schreiben eines Romans, insbesondere des ersten eigenen Romans, manchmal eine wankelmütige Angelegenheit sein kann. Es gibt so viel, zu lernen, und so viel, was man im Nachhinein anders gemacht hätte.

Glücklicherweise habe ich keinen Zeitdruck, der mich dazu nötigt, einen Roman herauszubringen, der mich selbst nicht völlig zufriedenstellt. Diese Freiheit ist es auch, die ich in vollen Zügen genießen möchte, um am Ende ein Werk präsentieren zu können, das zu dem geworden ist, was ich mir immer vorgestellt habe und die Leser hoffentlich fesseln kann.

Während andere Autoren die Strategie verfolgt haben, dass der erste Roman oftmals ohnehin nicht die Qualität hat, die man gerne hätte, sodass es vor allem darauf ankommt, ihn abzuschließen, sehe ich für mich persönlich einen anderen Weg als sinnvoller an – den iterativen Prozess.

Die geplante Romanserie „Die Letzten der Dhari“ hat in zwanzig Jahren (und insbesondere den letzten zwölf Monaten in denen richtig Fahrt aufgenommen wurde) viele große Wendungen genommen und hat mit den ersten Visionen kaum noch etwas zu tun. Für mich persönlich ist das aber auch kein Problem, denn die Lerneffekte durch das Schreiben sind trotzdem vorhanden gewesen. Darüber hinaus wurde aber auch die Fähigkeit des Überarbeiten und Plotten trainiert, was schon jetzt die ersten Resultate zeigt.

So kommen wir also auch zur eigentlichen Kernaussage des heutigen Beitrags: „Geheimnisse der Vorzeit“ wird nur zwei Hauptcharaktere beinhalten – Peradan und Leandra. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass deren Reise im ersten Teil zwar festgehalten wurde, vieles davon aber unnötig überhastet wirkte. Der Grund dafür war vor allem die angestrebte Seitenzahl von maximal 250 – 300 Seiten und durch die temporäre Streichung von Sturm bleibt den anderen beiden nun mehr Raum zur Entfaltung.

Als Debütroman halte ich epische Werke mit 400+ oder sogar 500+ Seiten für schwierig, da den Lesern eine weitaus größere Verbindlichkeit abgerungen werden muss, um einen noch unbekannten Autor zu lesen. Viel mehr jedoch soll „Die Letzten der Dhari“ eine Serie werden, die im Idealfall weit über eine Trilogie hinausgehen soll, sodass ich es anstreben möchte, eher zwei 300-Seiten Romane anstelle von einem 600-Seiten Roman herauszubringen.

Ich habe noch so viele Geschichten aus Amarlia zu erzählen, die ich ungerne auf künstliche Weise in wenigen Bänden zusammenfassen will, sondern vielmehr die Aufmerksamkeit und Wertschätzung geben möchte, die sie verdienen. Etwas, das in Form von eigenen Romane deutlich einfacher möglich ist.

Und genau aus diesem Grund wird Sturm auch nicht Teil des Debütromans werden. Diese spezielle Figur (die im Übrigen auf dem Titelbild zu diesem Beitrag zu sehen ist) hat eine unglaubliche Bedeutung für mich und ich habe gemerkt, dass ihre Geschichte in einem Drittel des ersten Romans nicht ausreichend gewürdigt wird. Zu viel wirkte gehetzt und unausgereift, um am Ende nicht den angestrebten Rahmen zu sprengen.

Das heißt allerdings nicht, dass Sturm vollständig gestrichen wurde. Ganz im Gegenteil, er spielt nach wie vor eine gewichtige Rolle in der Serie, doch die Einführung dieser Figur wird über einen eigenen Roman geschehen, um seine Geschichte – wie auch die von Peradan und Leandra – nicht unnötig klein zu halten.

Ich freue mich also darauf, die Handlungsstränge im Debütroman weiter auszudehnen und ihnen die Details einzuverleiben, die sie verdienen, während einige Tausend Wörter Rohfassung von Sturms Geschichte bereits auf mich warten, um fortgesetzt zu werden. Ein tolles Gefühl, das in Zukunft hoffentlich durch die Veröffentlichung von zwei spannenden Romanen noch gesteigert werden kann.

„Geheimnisse der Vorzeit“ ist weiterhin für dieses Jahr geplant und selbstverständlich ist auch die Enzyklopädie nicht vergessen worden. „Der Süden“ ist bereits fast abgeschlossen und dürfte Anfang nächster Woche freigegeben werden. Wie der Titel dieses Beitrags sagt, Sturm war etwas außer Kontrolle geraten, sodass die Enzyklopädie ein paar Tage nach hinten geschoben werden musste 🙂

Bis zum nächsten Mal – in Amarlia! 🙂

Sturm Majere

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